Frauenmantel
Der Volksmund kennt viele verschiedene Namen für Frauenmantel: Dächlichrut, Frauenhäubel, Frauenhilf, Frauenmäntli, Frauenrock, Hasenmänteli, Haubn, Herbstmantel, Herrgottsmäntelchen, Kroanfüss, Liebfrauenmantel, Löwenfusskraut, Mäntli, Marienkraut, Milchkraut, Muttergottesmantel, Neunlappenkraut, Ohmkraut, Perlkraut, Regendachl, Regentropfen, Röckli, Sinau, Sinnau, Sintau, Taubecherl, Taufänger, Taukraut, Taumantel, Tauschüsserl, Trauermantel, Weiberkittel, Wiesen-Frauenmantel
Der Frauenmantel wächst nahezu weltweit. Er wächst am liebsten auf Wiesen und in lichten Wäldern und oft bildet er ganze Teppiche aus. Dem Frauenmantel wird eine zusammenziehende, beruhigende Wirkung nachgesagt und wird daher bei Durchfall, verdorbenem Magen und Darmstörungen getrunken. Auch die äusserliche Wirkung als zusammenziehendes Wundmittel ist bekannt.
Heute wird Frauenmantel nicht mehr bei menstruellen Beschwerden angewendet.
Interessante Einzelheiten sind bei Wikipedia nachzulesen.
Frauenmantel im Aberglauben
Der Frauenmantel zählte bei den Germanen zu den heiligen Pflanzen. Er wurde Freya, der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit zugeordnet. Nachts sammelt sich auf den Blättern des Frauenmantels der sogenannte Guttationstropfen. Diese Flüssigkeit soll "ältere Weiber in den Zustand der Jungfräulichkeit versetzen".
Doch auch schon in der Antike war der Frauenmantel als Wunderkraut bekannt. Laut den Überlieferungen soll man Frauenmantel in Regenwasser legen, der Schmied solle das glühende Eisen darin kühlen und die Frauen ihre "heimlichen Orte" damit waschen. Dies würde wiederum zur Jungfräulichkeit führen.
Diese Guttationstropfen sammelten auch die Druiden. Es diente zur rituellen Reinigung bei kultischen Handlungen.
Auch soll die Pflanze gegen Blitzschlag schützen. Aus diesem Grunde wurden Frauenmantelkränze an Fenstern, Türen und Dachfirsten angebracht.
Der Frauenmantel ist hauptsächlich in der Frauenheilkunde bekannt. Er soll helfen bei Menstruationsbeschwerden, Wechseljahrbeschwerden, eitrigen Wunden, Geschwüren, Kopfschmerzen, Nierenschwäche, Blähungen, Durchfall, Ödemen, Lidrandentzündungen, ebenso bei Mund- und Rachenentzündungen. Zu Tee aufgegossen sollen die getrockneten Blüten Unterleibskrämpfe lindern.
Im Alpenraum wird das Kraut sogar heute noch gegessen. Die darin enthaltenen Phytosterine sollen die Potenz erhalten.
Zubereitung als Tee:
3 Teelöffel Frauenmantelkraut mit einer Tasse Wasser heiss aufgiessen und 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen
Oder als Kaltansatz:
ebenfalls eine Tasse kaltes Wasser mit 3 Teelöffel Frauenmantelkraut ansetzen und etwa 5 Stunden ziehen lassen, abseihen.
Bis zu 3 Tassen täglich trinken.


