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Ingwer

Zingiberaceae officinalis

Im Volksmund auch Ingber, Imber, Immerwurzel oder Ingwerwurzel genannt.

Der Ingwer gehört zur Pflanzenfamilie der Zingiberaceae (Ingwergewächse). Sein Geruch wird als erfrischend und zitronenartig, sein Geschmack als scharf, warm und beissend bezeichnet.

Verwendung findet hauptsächlich die Ingwer-Wurzel, das sogenannte Ingwer-Rhizom.
Ingwer gibt es in verschiedenen Darreichungsformen: frisch oder getrocknet, im Stück oder gemahlen sowie als Sirup. In der Apotheke ist Ingwer als Kapseln in pulverisierter Form zu bekommen.

Überwiegend wird Ingwer jedoch als Gewürz verwendet. Doch auch seine Heilkräfte bzw. seine gesundheitsfördernde Wirkung sind nicht zu unterschätzen.
Seit Ende der 80er Jahre ist Ingwer in Deutschland wissenschaftlich als Heilmittel anerkannt.

Im frischen Rhizom (Wurzelstück - unter der äusseren Korkschicht) finden sich 1 - 3% ätherische Öle, u.a. Bisabolene, Farnesen, Cineol und Citral und sogenannte "Scharfstoffe", das Gingerol. Doch auch zahlreiche Vitamine wie Vitamin C und Mineralien wie Calcium, Eisen und Kalium sind im Ingwer enthalten. Die Schärfe des Ingwers wird auf ein nicht-flüchtiges Harz zurück geführt.

Im Englischen heisst er Ginger und verweist damit auf seine Verwendung in dem Getränk Ginger Ale (Ingwer-Bier) oder in Gingerbread (Pfefferkuchen) hin. In Griechenland wurde er damals "Ziggiberis" genannt, der Sanskrit-Name lautete auf "shringavera".

50 % der Welternte des Ingwers stammt alleine aus Indien. Allerdings wird er im gesamten tropischen und subtropischen Asien angebaut, ebenfalls in Teilen von Afrika, Brasilien und Jamaica.

In China kennt man ihn schon seit 3000 Jahren. Aus Indien wurde er angeblich ins antike Europa gebracht. Man nimmt an, Seefahrer brachten das gesunde Gewürz als Medizin mit an Bord und verteilten ihn so in die Welt. Im Mittelalter wurde hier in Europa die Heilwirkung des Ingwer beschrieben. Seine tatsächliche Heimat ist aber unbekannt. Ursprünglich soll er aus dem südchinesischen Raum stammen. Der beste Ingwer kommt aus Jamaika.

Ingwer erhöht die Magensaftsekretion sowie den Speichelfluss und hilft da durch, belastende Stoffe aus dem Körper auszuleiten. Durch seine Gallenfluss treibende Wirkung entstehen Gallensäuren im Darm, welche für die Fettverbrennung wichtig sind.

Seine verdauungsfördernde Wirkung wird ebenfalls der Aktivierung der Darmperistaltik zugeschrieben. Die krampflösende Wirkung macht den Ingwer hilfreich gegen Blähungen und Verstopfung. Er wirkt appetitanregend, zusammenziehend und schleimlösend und verhindert bei Reiseübelkeit das Erbrechen. Bei Schwangerschaftserbrechen soll er aber nicht angewendet werden. Ferner soll er die Durchblutung steigern, den Cholesterinspiegel senken und das Herz stärken.
Roher Ingwer verringert die Blutgerinnung stärker als Knoblauch.
Die ayurvedische Medizin setzt Ingwer bei der Behandlung der Migräne ein.

Auch eine bakterien- und pilztötende Wirkung sagt man dem Ingwer nach. Er stärkt auch das Immunsystem.

In der Küche wird ein Daumennagel grosses Stück seiner Wurzel gerieben und (am besten nach dem Kochen) zu Geflügel, Lamm, Fisch oder Meeresfrüchten zugegeben.
Auch in Gewürzmischungen wie Curry, Chutney´s oder Saucen findet man Ingwer recht häufig.
Ingwer schmeckt ebenfalls gut in manchen Marmeladen.

In Lebkuchen und in Printen kommt Ingwer gemahlen zur Verwendung, doch man trifft ihn auch in manch anderer Weihnachtsbäckerei.
Er passt zu Milchreis und Obstsalat, sogar zu Tee und fruchtigen Kaltschalen.

Tee aus frisch geriebenem Ingwer
0,5-1 g (1 Teelöffel entspricht ca. 3 g) grob geriebenen Ingwerwurzelstock mit einer Tasse siedendem Wasser übergießen und 5 Min ziehen lassen. Man kann davon mehrmals täglich 1/2 Stunde vor der Mahlzeit trinken.

Dazu sollte ein Stück vom Rhizom (etwa Daumenlänge) geschält und in dünnen Scheiben geschnitten werden. Diese Scheiben in eine Tasse geben und mit kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen. Nach Geschmack mit Honig süßen und in kleinen Schlucken trinken.

Ingwermilch bei Erkältungen
1/4 Liter Milch mit einem guten Esslöffel Ingwer-Sirup aufkochen lassen 
Das Ganze noch mit etwas Honig nach Geschmack süssen und dann so heiß wie möglich trinken.

Als Mittel gegen Brechreiz nimmt man 0,5 g gepulverten Ingwer mit etwas Flüssigkeit ein.
Bei Bedarf kann diese Dosis alle vier Stunden wiederholt werden.

Kinder unter sechs Jahren sollten den Ingwerwurzelstock nicht bekommen.
Auch sollte generell eine Tagesdosis von 2 - 4 g nicht überschritten werden.

Ingwer lässt sich im Haus als Zierpflanze ziehen. Dazu benutzt man die Rhizome, welche in 3 bis 5 cm lange Stücke geschnitten und mit der Schnittfläche nach unten in Blumenerde gesteckt werden. Aus dem heraus stehenden Teil wächst dann recht schnell die Ingwerpflanze. Frosthart ist der Ingwer leider nicht.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. Oktober 2008 um 17:30 Uhr  


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