Johanniskraut
Volksnamen: Hartheu, Johannisblut, Wundkraut, Unserer Frauen Bettstroh, Alfblut
Das pflanzliche Antidepressivum
Der Name Johanniskraut ist von ihrer Blütezeit abgeleitet. Es blüht zu Johanni, dem Tag der Sommersonnenwende. Es ist eine schöne, goldgelb blühende Pflanze, die sonnige
Hänge und trockene Wiesen liebt. Hält man die Blätter gegen das Licht, sieht man eine ganze Anzahl kleiner, durchscheinender Punkte.Bei uns sind etwa 12 verschiedene Johanniskrautarten bekannt, weltweit gibt es etwa 300. Das echte Johanniskraut wurde schon im Altertum gegen viele Krankheiten genommen. Heute weiss man, dass viele Krankheiten aus der Psyche kommen. Gerade deshalb wird Johanniskraut so erfolgreich eingesetzt.
Es ist aber ebenfalls wundheilend, schmerzstillend, beruhigend, nervenstärkend, energiespendend, krampflösend, blutreinigend und erfrischend.Viele Frauen fühlen sich während der Wechseljahre abgespannt und müde. Johanniskraut hilft, das innere Gleichgewicht wieder zu finden. Dadurch verschwinden viele psychosomatische Probleme.
Johanniskraut kann also bei psycho-vegetativen Störungen ohne organische Ursache und bei nervöser Unruhe lindern.
Vorsicht bei Lichtempfindlichkeit !
Johanniskraut kann besonders bei hellhäutigen Personen eine Photosensibilisierung der Haut bewirken. Bei einer Johanniskraut-Kur sollte man mit Sonne und Solarium vorsichtig umgehen. Auf jeden Fall ist es ratsam, die Dosis zu reduzieren.
Der "Johanniskrautmensch" ist eher dunkelhaarig mit lichtunempfindlicher Haut. Hellhäutige, blonde Menschen kommen mit der Schlüsselblume als Stimmungsaufheller oft besser klar.
Anwendungsgebiete:
Stoffwechselstörungen, Sauerstoffarmut, nervöse Erschöpfung, Wechseljahre, Schlafstörungen.
Beruhigend, stimmungsaufhellend (eine Kur sollte aber nicht länger dauern als 4-6 Wochen, danach eine ebenso lange Pause einlegen!), Schlaflosigkeit, Überarbeitung, Neuralgien aller Art, wundheilend, antibakteriell, Koliken, Bettnässen (Kinder + Erwachsene), Verbrennungen (auch Sonnenbrand), Blutergüsse, Quetschungen, leichter Husten, gutes Mittel für Frauen bei Menstruationsbeschwerden, Gebärmuttererkrankungen
Volksmedizin:
Narbenschmerzen nach Operation, Seitenstechen, Rheumatismus älterer Menschen
Kosmetik:
Johanniskraut regeneriert bei trockener, rissiger oder empfindlicher, entzündeter Haut. Dafür setzt man Blüten in Mandelöl an.
Anwendungsform:
Tee, Umschläge, Bad, Tinktur,
Brauchtum:
Johanniskraut ist eine der magischen Sonnenwendpflanzen (ebenso wie Farn, Arnika, Ringelblume und Beifuss). Mädchen trugen einen Kranz aus Johanniskraut auf dem Kopf. Er soll die Verbindung mit dem Licht symbolisieren. Die Blüte sieht wie eine kleine Sonne aus.
Die Pflanze gilt als stofflich gewordenes Licht. An Johanni gesammelt soll sie höchste Heilkraft haben.
In der Sage heisst es, der Teufel ärgerte sich sehr über die Heilkraft der Pflanze. Deshalb zerstach er ihre Blätter. Die Löcher gelten als Zeichen für ihre Wirkung bei Hieb-und Stichwunden. Gleichzeitig dient sie als Schutz-und Abwehrpflanze vor Dämonen und Hexen. Sie auch soll Schutz vor Gewitter geben.
Noch ein hübscher Brauch: an Johanni unter striktem Schweigen einen Strauss aus 7 oder 9 Blumen pflücken und unter das Kopfkissen legen. Im Traum soll dann der künftige Bräutigam erscheinen.
Wirkung:
Johanniskraut findet Verwendung bei leichten depressiven Störungen, Angst und nervöser Unruhe, sowie bei Bettnässen kleiner Kinder.
Vorsicht, bei längerer Einnahme von Johanniskraut kann die Haut lichtempfindlich werden !
Zubereitung:
Tee:
1 Teelöffel feingeschnittenes Johanniskraut mit einer Tasse kochendem Wasser aufgiessen. Abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Schwach gesüsst morgens und abends eine Tasse warm trinken, gegen Bettnässen am frühen Nachmittag geben.


