Die Kamille
Der Volksmund kennt auch folgende Namen: Feldkamille, Mägdeblume, Apfelkraut, Kummerblume, Mutterkraut, Mariamagdalenakraut
Seit alter Zeit ist die Kamille ein bekanntes Volksheilmittel. Ihr wird nachgesagt, das sie mit ihrer ausgleichenden Wirkung alle nervösen Gleichgewichtsschwankungen und deren Folgen beheben kann. So war um 1800 die Kamille in der Gegend von Rom hoch im Kurs. Daher der kommt auch der Name "römische Kamille". 
Ihre Inhaltsstoffe (vor allem das Azulen) ähneln denen der normalen Kamille und wirken desinfizierend, krampflösend, schmerzstillend und entzündungshemmend.
Dies bestätigen auch neuere klinische Forschungen. Man nennt sie auch ein typisches Frauenkraut. Wenn man die Kamille äusserlich anwendet ist es wichtig, die Wirkstoffe direkt mit dem betroffenen Körperteil in Berührung zu bringen.
Z. B. bei Hämorrhoidalleiden nimmt man am besten ein Sitzbad.
In der Volksmedizin wird die Kamille als Universal-Heilmittel angesehen und eingesetzt. Sowohl innerlich als auch äusserlich mit Umschlägen und Bädern, z. B. bei Verletzungen oder als Kamille-Dampfbad zur Inhalation.
So zum Beispiel bei folgenden Erkrankungen:
Ein Universalmittel für Magen/Darmerkrankungen, bei Magenverstimmung und -krämpfen, chronischer Magenentzündung bis zu Durchfall und Darmentzündung, Hämorrhoiden, Leber- und Gallenleiden, Haut- und Schleimhautenzündungen, Geschwüren, Furunkel, feuchte, entzündliche und juckende Ekzeme, entzündlich bedingter Weissfluss, Gebärmutterkrämpfe, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Ohrentzündung, Neuralgien (inkl. Trigeminus), Erkrankungen der Luftwege.
Die äusserliche Wirkung ist desinfizierend, erweichend und schmerzlindernd.
Innerlich wirkt sie in der Hauptsache schweisstreibend, erwärmend und krampflindernd, ganz besonders bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Auch bei Erkältungskrankheiten kann Kamille durch die Inhalation der Dämpfe helfen.
Kosmetik: für entzündliche Haut, Akne, aber auch trockene, rissige Haut, als Spülung für blonde Haare nimmt man Kamillentee mit einem Spritzer Zitrone. Man kann die Kamille als Tee, Umschläge, Salbe, Tinktur, das ätherisches Öl und für Dampfbäder verwenden.
Sie ist einjährig und wird ca. 20-50 cm hoch. Ihre Stengel sind verzweigt, weisse Strahlblüten mit gelber Mitte, der kegelförmige Fruchtboden ist hohl.
Die Sammelzeit der Blütenköpfe ist Juni/Juli
Brauchtum: Die Kamille ist eine der 9 heiligen Pflanzen der Kelten, ihr wird der Bernstein zugeordnet.
Zubereitung:Heisser Aufguss oder Tee:
1 Esslöffel voll Kamillenblüten mit einer Tasse siedendem Wasser übergiessen und 5-10 Minuten bedeckt ziehen lassen.
Als Aufguss für Umschläge wird die doppelte Menge an Kamillenblüten verwendet, 15 Minuten ziehen lassen.
Für Bäder werden 50 Gramm Blüten in 1 Liter Wasser aufgekocht, 15 Minuten bedeckt stehen lassen, abseihen und ins Bad geben.


